Reinigungsdienstleister

Fensterputzer sind Leute mit überdurchschnittlichem Verantwortungsbewußtsein. In keinem anderen Beruf der Welt kommt man   schlampiger Arbeit so schnell auf die Spur wie dem ihrigen. Hat der Kunde am Schluß ihrer Aktionen keinen klaren Durchblick, ist es offensichtlich: Hier wurde geschmiert! Fensterputzer sind häufiger als der unwissende Mensch glaubt.  Einzelgänger oder auch Einzelkämpfer. Wenn sie nicht gerade, wie in amerikanischen Lustfilmen, grüppchenweise an Wolkenkratzern herumhängen, was ja nun wirklich in Städten wie z.B. Helmstedt selten genug vorkommen kann, haben sie  normalerweise ihre Tour, die sie Tag für Tag, Woche für Woche, gewissenhaft und akkurat wegputzen. Dieses „Einzelarbeiten“, dieses „auf sich selbst gestellt sein“, hat nun, je nach Beschaffenheit der Tour und de Seelenzustands des Einzelnen, die unterschiedlichsten Auswirkungen.

Mein Fensterputzer – eines der wenigen Extras, die ich mir leiste, um meine Frau zu entlasten – kommt nun schon jahrelang – und  hoffentlich noch viele weitere Jahre – zu uns ins Haus. Arbeitet gut und unterhält mich. Es ist sozusagen eine Ein-Mann-Show, die er da abliefert und in die er mich, ungewollt natürlich, des öfteren mit einbezieht. Unser Häuschen ist klein genug, um von jeder Stelle, an der er sich befindet, bis zu meinem Arbeitszimmer, in dem ich mich befinde, Hörkontakt zu halten. Und da liegt das Problem. Einzelarbeit macht schweigsam. Jahrelang die gleiche Tour, ganz selten zu zweit oder  in der Gruppe – mit wem soll er reden? Hat er denn niemanden, mit dem er reden kann, spricht er mit sich selbst.

So wie die Bäcker früher, als sie noch in kleinen Backstuben standen, laut sangen, so erzählt er sich wohl, leise natürlich,  kleine Stories. Ich sitze also am Schreibtisch und er beginnt damit, im Badezimmer den Spiegel zu putzen. Plötzlich wird er etwas lauter. Ah, denke ich, er hat ein Problem und als höflicher Mensch stehe ich auf und gehe zu ihm. Er beachtet  mich nicht weiter, sieht mich vielleicht auch nicht, wird aber etwas leiser. Ich höre sekundenlang

reinigung münchen

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zu und begreife, dass es sich um eine Art Streitgespräch handeln muß. Aber wer gegen wem? Ich empfinde weiteres Zuhören als Eingriff in seine Privatsphäre und ziehe mich zurück. Nun lacht er leise. Ich atme auf. Hört sich offensichtlich nach Versöhnung an. Bei unseren Schlafzimmerfenstern scheint Verbitterung aufzukommen. Das leise Lachen klingt leicht höhnisch. Ich also  wieder hoch, frage, ob er einen Wunsch habe. Vielleicht einen Kaffee oder etwas Kühles? Nach ca. 15 Minuten gelingt es mir endlich, mich von der Geschichte seines total übersäuerten Magens und den mitunter heftigen Leibschmerzen, die ihn  bei Genuß von kalter Milch so arg quälen, zurückzuziehen. Aber er kommt schnell noch hinterher, um mir noch seine nicht wirkenden Tabletten mieszumachen. Nun könnte man den Eindruck gewinnen, ich mag meinen Fensterputzer nicht.

Absolut  falsch! Nein, ich freue mich auf jedes neue Treffen mit ihm. Einzig und allein die Tatsache, dass er so undeutlich spricht, ärgert mich. Zu gerne hätte ich beispielsweise mehr über dieses Wahnsinnsweib Brigitte erfahren, aber mehr als zu  einem „und Ohren hatte die, Riesenohren“ ließ er sich nicht mehr hinreißen. Keine Adresse, nichts – im Gegenteil, anschließend war er so schweigsam wie lange nicht mehr, wischte sich nur ständig mit dem Handrücken über den Mund. Ich wünsche beiden „alles Gute“. Die Geschichte wäre aber einfach „unfertig“, würde ich nicht nun auch das genaue Gegenstück zu meinem Sensibelchen vorstellen. Da gibt’s noch einen Urtypen, mit Gardemaß. Man nennt ihn „Locke“. Locke ist ebenfalls, um es nun aber einmal korrekt auszudrücken, Glas- und Gebäudereiniger. Von Übersensibilität, zumindest nach außen, keine Spur. Locke ist souverän. Die Leiter trägt er wie andere einen Spazierstock.  Zuständig für die Fenster der City-Geschäfte, hat er alles fest im Griff. Auch meinen kleinen Laden. Dass ich ihn so respektlos „Locke“ nenne, wird er mir nicht übelnehmen. Er hat eine fantastische Glatze, und fast jeder kennt ihn eben als „Locke“. Was er aber im Übermaß hat, ist Gesellschaft. In der City ist niemand allein. Die City ist voller Menschen. Falls also Locke jemals auf die Idee käme, Selbstgespräche zu führen, könnte das nur einen triftigen Grund haben: Er bekommt neue Zähne und vorher will er mit niemanden mehr reden.

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